Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben.
Der echte Wortlaut: Tatsächlich schrieb er (New York Journal, 2. Juni 1897): „Der Bericht über meinen Tod war eine Übertreibung.“ Die griffigere Fassung ist spätere Politur.
Die Fälschungsliste
116 berühmte Zitate, die der falschen Person zugeschrieben werden – mit dem, der es wirklich gesagt hat, oder wo die Spur endet. Einstein, Twain und Gandhi trifft es am häufigsten; Zitate wandern zum berühmtesten Namen, der passt.
6 Fälschungen
Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben.
Der echte Wortlaut: Tatsächlich schrieb er (New York Journal, 2. Juni 1897): „Der Bericht über meinen Tod war eine Übertreibung.“ Die griffigere Fassung ist spätere Politur.
In zwanzig Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast.
Tatsächlich: Aus H. Jackson Browns Buch „P.S. I Love You“ (1990), wo es Browns Mutter zugeschrieben wird. Twain starb 1910.
Golf ist ein verdorbener Spaziergang.
Tatsächlich: Der Twain-Forscher R. Kent Rasmussen hält es für sehr unwahrscheinlich; eine frühe Fassung steht in einem Tennisbuch von 1903.
Der kälteste Winter meines Lebens war ein Sommer in San Francisco.
Tatsächlich: Herkunft unbekannt. Twains echte Äußerungen über das Wetter in San Francisco waren mild und lobend.
Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.
Tatsächlich: Der früheste bekannte Beleg ist ein Gedicht von John Robert Colombo aus dem Jahr 1970 – sechzig Jahre nach Twains Tod.
Ich hätte einen kürzeren Brief geschrieben, aber ich hatte keine Zeit.
Tatsächlich: Blaise Pascal, Briefe in die Provinz, 16. Brief (1657).
6 Fälschungen
Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
Tatsächlich: Taucht 1981 in einem Text der Narcotics Anonymous und 1983 in Rita Mae Browns Roman „Sudden Death“ auf. In keiner Einstein-Quelle.
Jeder ist ein Genie! Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.
Tatsächlich: Kein Beleg, dass Einstein das gesagt oder geschrieben hat; die Fabel kursierte lange ohne seinen Namen.
Jeder intelligente Narr kann Dinge größer, komplexer und gewalttätiger machen. Es braucht einen Hauch Genie – und viel Mut –, in die entgegengesetzte Richtung zu gehen.
Tatsächlich: E. F. Schumacher, „Small is Beautiful“, The Radical Humanist (1973).
Es ist erschreckend offensichtlich geworden, dass unsere Technologie unsere Menschlichkeit überholt hat.
Tatsächlich: Nicht in „The Ultimate Quotable Einstein“ oder einer anderen verlässlichen Quelle; laut Quote Investigator ein Internet-Meme um 2012.
Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.
Tatsächlich: Erstmals 1994 auf einem Flugblatt französischer Imker, die gegen billige Honigimporte protestierten, mit Einstein verbunden.
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Die Spur: Erst ab 1969 belegt, als der Psychiater Frederick Perls es Einstein zuschrieb. In Einsteins Schriften nicht gefunden.
5 Fälschungen
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
Der echte Wortlaut: Eine moderne Verdichtung. Gandhi schrieb 1913 in Indian Opinion Längeres: „Wenn wir uns selbst ändern könnten, würden sich auch die Tendenzen in der Welt ändern … Wir müssen nicht abwarten, was andere tun.“
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Tatsächlich: Kein Beleg bei Gandhi. Eine nahe Fassung findet sich 1918 in einer Rede des US-Gewerkschafters Nicholas Klein.
Auge um Auge – und die ganze Welt wird blind sein.
Tatsächlich: In Gandhis Schriften nie gefunden; berühmt wurde es durch den Film „Gandhi“ (1982).
Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben.
Tatsächlich: Altes Sprichwort, mittelalterlichen Autoren zugeschrieben und 1867 auf Englisch gedruckt – zwei Jahre vor Gandhis Geburt.
Die Größe einer Nation und ihr moralischer Fortschritt lassen sich daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.
Tatsächlich: Nicht in Gandhis gesammelten Werken. Einen ähnlichen Gedanken formulierte der Theologe David Friedrich Strauß (1872).
4 Fälschungen
Gib niemals, niemals, niemals auf.
Der echte Wortlaut: In der Harrow School (29. Oktober 1941) sagte er: „Gebt niemals nach, niemals, niemals, niemals – in nichts, ob groß oder klein …“
Erfolg ist nicht endgültig, Misserfolg ist nicht fatal: Was zählt, ist der Mut weiterzumachen.
Tatsächlich: Quote Investigator fand die früheste nahe Fassung in einer Budweiser-Anzeige von 1938.
Wenn du durch die Hölle gehst, geh weiter.
Tatsächlich: Kein Beleg, dass Churchill es gesagt oder geschrieben hat; das Churchill Project führt es als unecht.
Ein Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Gelegenheit, ein Optimist die Gelegenheit in jeder Schwierigkeit.
Tatsächlich: Das Churchill Project zählt es zu den Dingen, die er nie gesagt hat.
3 Fälschungen
Geh nicht, wohin der Weg führen mag; geh dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.
Tatsächlich: Die nächstliegende frühe Fassung stammt von der Dichterin Muriel Strode (1903).
Was hinter uns und was vor uns liegt, sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt.
Tatsächlich: Henry Stanley Haskins, Meditations in Wall Street (1940).
Du selbst zu sein in einer Welt, die dich ständig anders haben will, ist die größte Errungenschaft.
Tatsächlich: Nicht in Emersons Essays, Tagebüchern oder Briefen; die Zuschreibung ist modern.
3 Fälschungen
Man kann alle Leute einige Zeit und einige Leute alle Zeit, aber nicht alle Leute alle Zeit zum Narren halten.
Die Spur: Lincoln erst ab etwa 1885 zugeschrieben, zwanzig Jahre nach seinem Tod, ohne zeitgenössischen Beleg.
Gib mir sechs Stunden, einen Baum zu fällen, und ich verbringe die ersten vier mit dem Schärfen der Axt.
Tatsächlich: Kein zeitgenössischer Beleg; frühe Fassungen nennen einen namenlosen Holzfäller.
Fast jeder kann Not ertragen; wenn du den Charakter eines Menschen prüfen willst, gib ihm Macht.
Tatsächlich: Robert G. Ingersoll 1883 über Lincoln – ein Kompliment, das später zum Zitat wurde.
3 Fälschungen
Ich missbillige, was Sie sagen, aber ich werde bis zum Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen.
Tatsächlich: Evelyn Beatrice Hall, die so Voltaires Haltung in „The Friends of Voltaire“ (1906) zusammenfasste.
Um herauszufinden, wer über dich herrscht, finde heraus, wen du nicht kritisieren darfst.
Tatsächlich: Auf den amerikanischen weißen Nationalisten Kevin Alfred Strom (1993) zurückgeführt. Mit Voltaire hat es nichts zu tun.
Beurteile einen Menschen nach seinen Fragen, nicht nach seinen Antworten.
Tatsächlich: Pierre-Marc-Gaston de Lévis, Maximes et réflexions (1808).
2 Fälschungen
Im Leben geht es nicht darum, sich selbst zu finden. Es geht darum, sich selbst zu erschaffen.
Tatsächlich: Keine Spur in Shaws Stücken, Vorworten oder Briefen; der Name kam lange nach seinem Tod dazu.
Die Jugend ist an die Jungen verschwendet.
Die Spur: Ständig Shaw zugeschrieben, aber in seinem Werk nie gefunden.
2 Fälschungen
Wir sind, was wir wiederholt tun. Vortrefflichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.
Tatsächlich: Will Durant, der Aristoteles in „The Story of Philosophy“ (1926) zusammenfasst.
Es ist das Kennzeichen eines gebildeten Geistes, einen Gedanken erwägen zu können, ohne ihn zu übernehmen.
Der echte Wortlaut: Nicht bei Aristoteles. Sein echter Satz (Nikomachische Ethik I.3) besagt, ein Gebildeter suche nur so viel Genauigkeit, wie der Gegenstand zulässt.
2 Fälschungen
Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.
Tatsächlich: George Santayana, Soliloquies in England (1922).
Sei freundlich, denn jeder, dem du begegnest, kämpft einen schweren Kampf.
Tatsächlich: Auf den schottischen Pfarrer John Watson („Ian Maclaren“) um 1897 zurückgeführt.
2 Fälschungen
Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.
Tatsächlich: Keine Stelle in den Gesprächen; der Spruch taucht erst im Druck des 20. Jahrhunderts auf.
Es ist egal, wie langsam du gehst, solange du nicht stehen bleibst.
Die Spur: Keine entsprechende Stelle in den Gesprächen.
2 Fälschungen
Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte; achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Tatsächlich: Laut Quote Investigator stammt es von Frank Outlaw, einem US-Supermarktmanager, 1977. Im Deutschen wird es oft auch dem Talmud zugeschrieben – ebenso ohne Beleg.
Wenn ich loslasse, was ich bin, werde ich, was ich sein könnte.
Die Spur: Keine Übersetzung des Tao Te King enthält diesen Satz.
2 Fälschungen
Sag es mir, und ich vergesse es; zeig es mir, und ich erinnere mich; lass es mich tun, und ich behalte es.
Tatsächlich: Freie moderne Wiedergabe eines Gedankens des chinesischen Philosophen Xunzi (3. Jh. v. Chr.). Nicht bei Franklin – und auch nicht bei Konfuzius.
Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind.
Der echte Wortlaut: Franklin schrieb über Wein – Regen, der zu Trauben wird – in einem Brief an André Morellet von 1779. Das Bier kam später dazu.
2 Fälschungen
Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt.
Der echte Wortlaut: Eine Zusammenfassung von Iwan Karamasows Argument, wie andere Figuren es wiedergeben. Genau dieser Satz steht nicht im Roman.
Den Grad der Zivilisation einer Gesellschaft erkennt man, wenn man ihre Gefängnisse betritt.
Die Spur: Meist den „Aufzeichnungen aus einem Totenhaus“ zugeschrieben, der Satz selbst wurde dort aber nicht gefunden.
2 Fälschungen
Nun ist der Winter unseres Missvergnügens …
Der echte Wortlaut: Mitten im Satz abgeschnitten. Richard III. fährt fort: „… glorreicher Sommer durch die Sonne Yorks“ – der Winter ist also vorbei.
Die Dame protestiert zu viel, mich dünkt.
Der echte Wortlaut: „Protest“ bedeutete damals „beteuern, versprechen“, nicht „widersprechen“ – die Königin im Stück verspricht zu viel.
2 Fälschungen
Was immer du tun kannst oder träumst, es zu können, fang damit an. Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.
Der echte Wortlaut: Eine sehr freie englische Faust-Nachdichtung von John Anster (1835), berühmt gemacht vom Bergsteiger W. H. Murray 1951. Bei Goethe steht nichts dergleichen.
Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.
Der echte Wortlaut: Echt (Faust II, 1832), aber gesungen von den Engeln – nicht als Lebensmotto Goethes.
2 Fälschungen
Talent trifft ein Ziel, das niemand sonst treffen kann; Genie trifft ein Ziel, das niemand sonst sehen kann.
Der echte Wortlaut: Verdichtet aus „Die Welt als Wille und Vorstellung“, Bd. 2, Kap. 31: „Das Talent gleicht dem Schützen, der ein Ziel trifft, welches die Übrigen nicht erreichen können; das Genie dem, der eines trifft, bis zu welchem sie nicht einmal zu sehen vermögen.“
Jede Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht. Dann wird sie bekämpft. Schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen.
Tatsächlich: Nirgends in Schopenhauers Werk; die Zuschreibung taucht erst im 20. Jahrhundert auf.
2 Fälschungen
Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Der echte Wortlaut: Verdichtet aus „Geschichte eines Verbrechens“ (1877): Einer Invasion von Armeen kann man widerstehen, einer Invasion von Ideen nicht.
Einen anderen Menschen zu lieben heißt, das Antlitz Gottes zu sehen.
Tatsächlich: Eine Liedzeile aus dem Musical „Les Misérables“ (1980), nicht aus Hugos Roman.
2 Fälschungen
Halte dein Gesicht immer der Sonne zugewandt – dann fallen die Schatten hinter dich.
Die Spur: Oft Whitman zugeschrieben, aber weder in den Grashalmen noch in seiner Prosa zu finden.
Sei neugierig, nicht wertend.
Tatsächlich: Nicht von Whitman. Der Satz wurde durch die Serie „Ted Lasso“ (2020) bekannt, die ihn Whitman zuschrieb.
2 Fälschungen
Unsere tiefste Angst ist nicht, unzulänglich zu sein. Unsere tiefste Angst ist, unermesslich mächtig zu sein.
Tatsächlich: Marianne Williamson, A Return to Love (1992). Mandela benutzte es in seiner Antrittsrede 1994 nicht, entgegen der Legende.
Es scheint immer unmöglich, bis es getan ist.
Tatsächlich: In Mandelas Reden, Briefen und Büchern wurde keine Quelle gefunden.
2 Fälschungen
Niemand kann dir ohne deine Zustimmung das Gefühl geben, minderwertig zu sein.
Die Spur: Seit den 1940ern ihr zugeschrieben, aber nie in ihren Texten oder Reden gefunden.
Tu jeden Tag etwas, wovor du Angst hast.
Tatsächlich: Mary Schmich, Kolumne „Wear Sunscreen“, Chicago Tribune (1997).
2 Fälschungen
Die Mathematik ist die Sprache, in der Gott das Universum geschrieben hat.
Der echte Wortlaut: In „Il Saggiatore“ (1623) schrieb er, das Buch des Universums sei „in der Sprache der Mathematik geschrieben“ – Gott kommt im Satz nicht vor.
Und sie bewegt sich doch.
Die Spur: Erstmals 1757 gedruckt, mehr als ein Jahrhundert nach seinem Prozess. Kein Zeitgenosse berichtet davon.
2 Fälschungen
Wenn du die Geheimnisse des Universums finden willst, denke in Energie, Frequenz und Schwingung.
Tatsächlich: In Teslas Artikeln, Patenten, Interviews und Autobiografie keine Quelle gefunden.
Die Gegenwart gehört ihnen; die Zukunft, für die ich wirklich gearbeitet habe, gehört mir.
Die Spur: Viel zitiert, aber keine Originalveröffentlichung gefunden.
2 Fälschungen
Hätte ich die Leute gefragt, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde.
Tatsächlich: Kein Beleg, dass Ford es gesagt hat; der Satz taucht erst Ende der 1990er auf.
Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht – du wirst auf jeden Fall recht behalten.
Die Spur: Ford ab 1947 zugeschrieben, ohne Originalquelle.
2 Fälschungen
Schreiben ist einfach. Man setzt sich an die Schreibmaschine und blutet.
Tatsächlich: Quote Investigator führt den Gedanken auf den Sportjournalisten Red Smith zurück, nicht auf Hemingway.
Zu verkaufen: Babyschuhe, nie getragen.
Tatsächlich: Die Geschichte von Hemingways Wette taucht erst Jahrzehnte nach seinem Tod auf; Fassungen der Anzeige kursierten ab 1906 in Zeitungen.
2 Fälschungen
Märchen sind mehr als wahr: nicht weil sie uns sagen, dass es Drachen gibt, sondern weil sie uns sagen, dass Drachen besiegt werden können.
Der echte Wortlaut: Neil Gaimans Paraphrase (in „Coraline“, 2002) von Chestertons Essay „The Red Angel“ (1909).
Wenn die Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an nichts, sondern an alles.
Tatsächlich: Eine Zusammenfassung von Chestertons Ideen durch Émile Cammaerts (1937), nicht Chestertons eigener Satz.
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Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen … sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Der echte Wortlaut: Eine freie moderne Paraphrase einer Stelle aus „Die Stadt in der Wüste“ (Citadelle, 1948). Die Schiffsbau-Formulierung ist nicht von ihm.
Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch.
Tatsächlich: Nicht in Saint-Exupérys Büchern; ein moderner Managementspruch.
2 Fälschungen
Hier stehe ich, ich kann nicht anders.
Die Spur: Steht in frühen Drucken seiner Rede in Worms (1521), aber nicht in den Protokollen der Verhandlung; vielleicht hat er es nie gesagt.
Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
Tatsächlich: Nicht in Luthers Schriften; erstmals 1944 in Deutschland belegt.
2 Fälschungen
Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin.
Tatsächlich: Auf Deutsch ein Buchtitel von Ute Ehrhardt (1994). Das englische Vorbild „Well-behaved women seldom make history“ stammt von der Historikerin Laurel Thatcher Ulrich (1976) – nicht von Marilyn Monroe.
Wenn du mich in meinen schlechtesten Momenten nicht ertragen kannst, hast du mich in meinen besten nicht verdient.
Tatsächlich: Aus ihrer Lebenszeit gibt es keine Quelle; taucht nach 2000 im Internet auf.
1 Fälschung
Sei du selbst, alle anderen sind bereits vergeben.
Tatsächlich: Keine Spur in Wildes Werken, Briefen oder überlieferten Gesprächen. Sein Name wurde erst in den letzten Jahrzehnten daruntergesetzt.
1 Fälschung
Und diejenigen, die tanzten, wurden für verrückt gehalten von denjenigen, die die Musik nicht hören konnten.
Tatsächlich: Keine Quelle in Nietzsches Werk; die Zuschreibung ist modern.
1 Fälschung
Du hast Macht über deinen Geist – nicht über äußere Ereignisse. Erkenne das, und du wirst Stärke finden.
Der echte Wortlaut: Eine moderne Paraphrase ohne entsprechende Stelle in den Selbstbetrachtungen, auch wenn sie die stoische Idee treffend zusammenfasst.
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Glück ist, was passiert, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft.
Tatsächlich: Nicht in Senecas Werken. Die moderne Formulierung stammt aus dem 20. Jahrhundert.
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Schreibe nicht so, dass man dich verstehen kann, sondern so, dass man dich nicht missverstehen kann.
Tatsächlich: Der römische Rhetoriker Quintilian, Ausbildung des Redners 8.2.24 – über Redner, nicht über Schreiber.
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Geh zuversichtlich in Richtung deiner Träume! Lebe das Leben, das du dir vorgestellt hast.
Der echte Wortlaut: Die Poster-Fassung von Walden. Thoreau schreibt: Wer zuversichtlich in Richtung seiner Träume geht und das Leben zu führen sucht, das er sich vorgestellt hat, dem wird ein unerwarteter Erfolg zuteil.
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Wenn du glücklich sein willst, sei es.
Tatsächlich: Aus den Aphorismen von Kosma Prutkow, einem fiktiven Autor, den Alexei K. Tolstoi (ein entfernter Verwandter) mit Freunden erfand.
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Wer die Fähigkeit behält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt.
Die Spur: Stammt aus Gustav Janouchs „Gespräche mit Kafka“, einer Quelle, die die Forschung mit großer Vorsicht behandelt.
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Mein Leben war voll schrecklicher Unglücke, von denen die meisten nie eingetreten sind.
Die Spur: Eine beliebte Verdichtung; der Gedanke ist montaignesch, diese Formulierung steht aber nicht in den Essais.
1 Fälschung
An Wut festzuhalten ist, als würde man eine glühende Kohle greifen, um sie nach jemandem zu werfen; man verbrennt sich selbst.
Tatsächlich: In keiner buddhistischen Schrift. Eine moderne Paraphrase, lose angelehnt an einen Kommentar von Buddhaghosa (5. Jh.).
1 Fälschung
Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.
Der echte Wortlaut: Im Brief an Varro (Ad familiares IX.4) schrieb er: „Wenn du in deiner Bibliothek einen Garten hast, wird dir nichts fehlen.“ Ein Garten – in der Bibliothek.
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Die heißesten Orte der Hölle sind für jene reserviert, die in Zeiten großer moralischer Krisen ihre Neutralität wahren.
Tatsächlich: Populär gemacht von John F. Kennedy, der es Dante zuschrieb. Das Inferno setzt die Unentschlossenen zwar in die Vorhölle, aber dieser Satz steht nicht darin.
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Der Zweck heiligt die Mittel.
Der echte Wortlaut: Nicht im „Fürsten“. Kapitel 18 sagt, bei den Taten der Fürsten „sieht man auf den Ausgang“ – dem Geist nach nahe, der Slogan ist jünger.
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Wenn das Volk die Regierung fürchtet, herrscht Tyrannei; wenn die Regierung das Volk fürchtet, herrscht Freiheit.
Tatsächlich: Die Monticello-Stiftung fand keinen Beleg; der Satz taucht erst im 20. Jahrhundert auf.
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Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun.
Tatsächlich: Bei Burke nicht zu finden. Am nächsten kommen sein Satz „Wenn sich die Schlechten verbünden, müssen sich die Guten zusammenschließen“ (1770) und ein Satz von John Stuart Mill (1867).
1 Fälschung
Die Geschichte wiederholt sich: das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce.
Der echte Wortlaut: Aus „Der achtzehnte Brumaire“ (1852): Hegel habe vergessen hinzuzufügen, dass sich alle großen Tatsachen zweimal ereignen, „das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce“.
1 Fälschung
Nicht die stärkste Spezies überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern diejenige, die am besten auf Veränderung reagiert.
Tatsächlich: Leon C. Megginson, Managementprofessor, der Darwin 1963 in einer Rede paraphrasierte.
1 Fälschung
Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können.
Tatsächlich: Nicht in Eliots Romanen, Essays oder Briefen. Ihr Name wurde Ende des 20. Jahrhunderts daruntergesetzt.
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Wenn du nicht weißt, wohin du willst, führt dich jeder Weg dorthin.
Der echte Wortlaut: Eine spätere Paraphrase. In „Alice“ (Kap. 6) sagt die Grinsekatze: Wenn es dir egal ist, wo du ankommst, „dann ist es auch egal, welchen Weg du nimmst“.
1 Fälschung
Beurteile nicht jeden Tag nach der Ernte, sondern nach der Saat, die du säst.
Tatsächlich: Keine Quelle in Stevensons Werk gefunden; erscheint nur in modernen Sammlungen unter seinem Namen.
1 Fälschung
Sag mir nicht, dass der Mond scheint; zeig mir den Lichtschimmer auf zerbrochenem Glas.
Der echte Wortlaut: Moderne Verdichtung eines Ratschlags aus einem Brief an seinen Bruder Alexander von 1886, wie man eine Mondnacht beschreibt.
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Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre.
Tatsächlich: Weder in Freuds Schriften noch in verlässlichen Gesprächsberichten; taucht Jahrzehnte nach seinem Tod auf.
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Was du bekämpfst, bleibt bestehen.
Der echte Wortlaut: Ein moderner Ratgeberspruch, lose an Jungs Ideen angelehnt; der Satz steht nicht in seinem Werk.
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Vergleichen ist das Ende des Glücks.
Tatsächlich: Kein Beleg, dass Roosevelt es gesagt hat. Im Deutschen wird es oft Kierkegaard zugeschrieben („Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“) – auch dort fehlt die Quelle.
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Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung.
Tatsächlich: Nicht in Leonardos Notizbüchern. Der Satz taucht erst im 20. Jahrhundert ohne Verbindung zu ihm auf.
1 Fälschung
Ich bin nicht gescheitert. Ich habe nur 10 000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.
Der echte Wortlaut: Eine moderne Fassung. Seine Biografen Dyer und Martin (1910) zitieren ihn: „Ich habe jede Menge Ergebnisse! Ich kenne mehrere tausend Dinge, die nicht funktionieren.“
1 Fälschung
Geh nicht hinter mir, vielleicht führe ich nicht. Geh nicht vor mir, vielleicht folge ich nicht. Geh einfach neben mir und sei mein Freund.
Tatsächlich: Nicht in Camus' Werk; ein alter Pfadfinder- und Lagerspruch.
1 Fälschung
In Zeiten universeller Täuschung ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt.
Tatsächlich: Nicht in Orwells Werk; taucht ab den 1980ern unter seinem Namen auf.
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Man ist nie zu alt, sich ein neues Ziel zu setzen oder einen neuen Traum zu träumen.
Tatsächlich: Mit dem Motivationsredner Les Brown verbunden; nicht in Lewis' Werk.
1 Fälschung
Das ganze Problem der Welt ist, dass Narren und Fanatiker sich immer so sicher sind und klügere Menschen so voller Zweifel.
Der echte Wortlaut: Geglättet aus dem Essay „The Triumph of Stupidity“ (1933): „Die Dummen sind sich ihrer Sache sicher, während die Intelligenten voller Zweifel sind.“
1 Fälschung
Die Leute werden vergessen, was du gesagt hast, und vergessen, was du getan hast, aber nie, wie du sie hast fühlen lassen.
Der echte Wortlaut: Eine frühere Fassung steht in Carl W. Buehners Sammlung „Richard Evans' Quote Book“ (1971). Angelou benutzte den Satz später, erfand ihn aber nicht.
1 Fälschung
Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen.
Die Spur: Ähnliche Sätze schrieben T. S. Eliot (1920) und andere; keine verlässliche Quelle verbindet diese Fassung mit Picasso.
1 Fälschung
Ich träume meine Malerei, und dann male ich meinen Traum.
Die Spur: Nicht in seinen Briefen.
1 Fälschung
Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel eure Nahrungsmittel.
Tatsächlich: In den hippokratischen Schriften nicht gefunden; taucht im 20. Jahrhundert auf.
1 Fälschung
Irgendwo wartet etwas Unglaubliches darauf, entdeckt zu werden.
Tatsächlich: Die Journalistin Sharon Begley über Sagan in Newsweek (1977).
1 Fälschung
Wenn Sie glauben, die Quantenmechanik verstanden zu haben, haben Sie sie nicht verstanden.
Der echte Wortlaut: In „Vom Wesen physikalischer Gesetze“ (1965) sagte er: „Ich denke, ich kann mit Sicherheit sagen, dass niemand die Quantenmechanik versteht.“
1 Fälschung
Für jedes komplexe Problem gibt es eine Antwort, die klar, einfach und falsch ist.
Der echte Wortlaut: Geglättet aus „Prejudices: Second Series“ (1920): „Es gibt immer eine wohlbekannte Lösung für jedes menschliche Problem – sauber, plausibel und falsch.“
1 Fälschung
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.
Die Spur: Wird Hesse ständig zugeschrieben, eine Stelle in seinem Werk ist aber nicht nachgewiesen.
1 Fälschung
Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.
Die Spur: Bei Tucholsky nicht nachgewiesen. Gottfried Benn schrieb 1951: „Das Gegenteil von Kunst ist nicht Natur, sondern gut gemeint.“
1 Fälschung
Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.
Tatsächlich: Kein Beleg bei Bismarck. Eine frühe Fassung stammt vom amerikanischen Dichter John Godfrey Saxe (1869).
1 Fälschung
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht, und das notwendigste Werk ist stets die Liebe.
Die Spur: Im Netz allgegenwärtig, in Eckharts Predigten und Traktaten aber nicht nachgewiesen.
1 Fälschung
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
Die Spur: Viel zitiert, eine Stelle in Humboldts Werken ist aber nicht nachgewiesen.