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Mahatma Gandhi: Zitate

1869–1948 · indischer Anwalt und Anführer des gewaltlosen Widerstands

Gandhi schrieb jahrzehntelang fast täglich – seine gesammelten Werke umfassen rund hundert Bände. Die berühmtesten „Gandhi-Zitate“ stammen trotzdem meist von anderen.

4 echt · 5 falsch zugeschrieben

Wirklich von Mahatma Gandhi

4 Zitate, im Werk oder bei einem verlässlichen Zeugen nachgewiesen.

Belegt
Die Schwachen können niemals vergeben. Vergebung ist eine Eigenschaft der Starken.
Quelle: Young India (2. April 1931)
Belegt
Stärke entspringt nicht physischer Kraft. Sie entspringt einem unbeugsamen Willen.
Quelle: „Die Lehre vom Schwert“, Young India (11. August 1920)
Zugeschrieben
Ein aus tiefster Überzeugung gesprochenes „Nein“ ist besser als ein „Ja“, das man nur sagt, um zu gefallen oder, schlimmer noch, um Ärger zu vermeiden.
Quelle: Young India (1927) zugeschrieben
Zugeschrieben
Mein Leben ist meine Botschaft.
Quelle: Überlieferte Antwort an einen Journalisten, Bengalen (1947)

Nie gesagt

Berühmte Sätze, die zugeschrieben werden – aber verfälscht, ohne Quelle oder von jemand anderem sind.

Verfälscht
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.

Der echte Wortlaut: Eine moderne Verdichtung. Gandhi schrieb 1913 in Indian Opinion Längeres: „Wenn wir uns selbst ändern könnten, würden sich auch die Tendenzen in der Welt ändern … Wir müssen nicht abwarten, was andere tun.“

Nie gesagt
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Tatsächlich: Kein Beleg bei Gandhi. Eine nahe Fassung findet sich 1918 in einer Rede des US-Gewerkschafters Nicholas Klein.

Nie gesagt
Auge um Auge – und die ganze Welt wird blind sein.

Tatsächlich: In Gandhis Schriften nie gefunden; berühmt wurde es durch den Film „Gandhi“ (1982).

Nie gesagt
Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben.

Tatsächlich: Altes Sprichwort, mittelalterlichen Autoren zugeschrieben und 1867 auf Englisch gedruckt – zwei Jahre vor Gandhis Geburt.

Nie gesagt
Die Größe einer Nation und ihr moralischer Fortschritt lassen sich daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.

Tatsächlich: Nicht in Gandhis gesammelten Werken. Einen ähnlichen Gedanken formulierte der Theologe David Friedrich Strauß (1872).