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Zitate über Charakter

Wer man ist, wenn keiner zusieht.

Geprüfte Zitate

48 Zitate mit bekannter Quelle.

Ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht.
Quelle: Lady Windermeres Fächer, 1. Akt (1892)
Was ist ein Zyniker? Ein Mensch, der von allem den Preis und von nichts den Wert kennt.
Quelle: Lady Windermeres Fächer, 3. Akt (1892)
Die einzige Möglichkeit, eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben.

Das sagt Lord Henry, der charmante Verführer des Romans – nicht Wildes Ratschlag.

Quelle: Das Bildnis des Dorian Gray, Kap. 2 (1890)
Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er für sich selbst spricht. Gib ihm eine Maske, und er wird dir die Wahrheit sagen.
Quelle: Der Kritiker als Künstler, Teil II (1891)
Tu immer das Richtige. Das wird einige Leute freuen und die übrigen in Erstaunen versetzen.
Quelle: Notiz an einen Jugendverein in Brooklyn (1901)
Wenige Dinge sind schwerer zu ertragen als die Last eines guten Beispiels.
Quelle: Querkopf Wilson, Kap. 19 (1894)
Die Schwachen können niemals vergeben. Vergebung ist eine Eigenschaft der Starken.
Quelle: Young India (2. April 1931)
Stärke entspringt nicht physischer Kraft. Sie entspringt einem unbeugsamen Willen.
Quelle: „Die Lehre vom Schwert“, Young India (11. August 1920)
Mahatma GandhiZugeschrieben
Ein aus tiefster Überzeugung gesprochenes „Nein“ ist besser als ein „Ja“, das man nur sagt, um zu gefallen oder, schlimmer noch, um Ärger zu vermeiden.
Quelle: Young India (1927) zugeschrieben
Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Quelle: Jenseits von Gut und Böse, § 146 (1886)
Rede nicht mehr darüber, wie ein guter Mann sein soll, sondern sei es.
Quelle: Selbstbetrachtungen 10.16
Die beste Art, sich zu rächen, ist, nicht so zu werden wie der, der einem Unrecht tat.
Quelle: Selbstbetrachtungen 6.6
Wie deine Gedanken sind, so wird auch dein Gemüt sein; denn die Seele wird von den Gedanken gefärbt.
Quelle: Selbstbetrachtungen 5.16
EpiktetBelegt
Sag dir zuerst, wer du sein willst; dann tu, was du tun musst.
Quelle: Lehrgespräche III.23
EpiktetZugeschrieben
Niemand ist frei, der nicht Herr über sich selbst ist.
Quelle: Fragmente, überliefert bei Stobaios
KonfuziusBelegt
Das Rechte erkennen und nicht tun ist Mangel an Mut.
Quelle: Gespräche 2.24
LaoziBelegt
Wer andere kennt, ist klug; wer sich selbst kennt, ist weise.
Quelle: Tao Te King, Kap. 33
Eine törichte Beständigkeit ist das Gespenst kleiner Geister.

Entscheidend ist das Wort „töricht“ – gegen Beständigkeit an sich war er nicht.

Quelle: Selbstvertrauen (1841)
Vertraue dir selbst: Jedes Herz schwingt mit dieser eisernen Saite.
Quelle: Selbstvertrauen (1841)
Wenn jemand nicht Schritt hält mit seinen Gefährten, dann vielleicht, weil er einen anderen Trommler hört.
Quelle: Walden, „Schluss“ (1854)
Es gibt keine Größe, wo nicht Einfachheit, Güte und Wahrheit sind.
Quelle: Krieg und Frieden, Buch 14 (1869)
Auf eigene Weise irren ist besser, als auf fremde Weise recht haben.
Quelle: Schuld und Sühne, 3. Teil, Kap. 1 (1866) – Rasumichin
Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus, durch eigne Schuld nur sind wir Schwächlinge.
Quelle: Julius Cäsar, 1. Akt, 2. Szene (Schlegel) – Cassius
Dies über alles: Sei dir selber treu.

Polonius ist ein Schwätzer; Shakespeare legt diese Weisheit einem Narren in den Mund.

Quelle: Hamlet, 1. Akt, 3. Szene (Schlegel) – Polonius
Eitelkeit und Stolz sind verschiedene Dinge, auch wenn die Wörter oft gleichbedeutend gebraucht werden.
Quelle: Stolz und Vorurteil, Kap. 5 (1813) – Mary Bennet
Jeder Mensch trägt die ganze Gestalt des Menschseins in sich.
Quelle: Essais, Buch III, Kap. 2, „Über die Reue“ (1588)
HeraklitBelegt
Der Charakter ist dem Menschen sein Schicksal.
Quelle: Fragment B119
CiceroBelegt
Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern die Mutter aller anderen.
Quelle: Rede für Plancius 80
Ihr wurdet nicht geschaffen, um zu leben wie das Vieh, sondern um Tugend und Erkenntnis zu folgen.
Quelle: Inferno XXVI.119–120
Heuchelei ist die Huldigung, die das Laster der Tugend erweist.
Quelle: Maximen, Nr. 218 (1665)
Wenn ein wahres Genie in der Welt erscheint, erkennt man es daran, dass sich alle Dummköpfe gegen es verbünden.
Quelle: Gedanken über verschiedene Gegenstände (1706)
Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.
Quelle: Kritik der praktischen Vernunft, Beschluss (1788)
Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.
Quelle: Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, 6. Satz (1784)
Ich bin kein Vogel, und kein Netz hält mich gefangen: Ich bin ein freier Mensch mit einem unabhängigen Willen.
Quelle: Jane Eyre, Kap. 23 (1847)
Widerspreche ich mir? Nun gut, dann widerspreche ich mir. (Ich bin groß, ich enthalte Vielheiten.)
Quelle: Gesang von mir selbst, § 51 (1855)
Schlechte Menschen brauchen nichts weiter zur Erreichung ihrer Ziele, als dass gute Menschen zusehen und nichts tun.
Quelle: Antrittsrede an der Universität St Andrews (1867)
Frag nicht, was dein Land für dich tun kann – frag, was du für dein Land tun kannst.
Quelle: Antrittsrede (20. Januar 1961)
Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.
Quelle: Das andere Geschlecht (1949)
Keine Angst haben und nicht stehlen.
Quelle: Seine berühmte Kurzformel für gutes Regieren („Nebát se a nekrást“)
Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeinet, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen.
Quelle: Eine Duplik (1778)
Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.
Quelle: Moral (1936)
Niemand hat das Recht zu gehorchen.
Quelle: Fernsehgespräch mit Joachim Fest (1964)
die Banalität des Bösen
Quelle: Eichmann in Jerusalem, Untertitel (1963)
Mensch, werde wesentlich!
Quelle: Cherubinischer Wandersmann (1675)
Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
Quelle: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785)

Berühmt, aber nicht von ihnen

Zitate zu diesem Thema, die meist der falschen Person zugeschrieben werden.

Oscar WildeNie gesagt
Sei du selbst, alle anderen sind bereits vergeben.

Tatsächlich: Keine Spur in Wildes Werken, Briefen oder überlieferten Gesprächen. Sein Name wurde erst in den letzten Jahrzehnten daruntergesetzt.

Im Leben geht es nicht darum, sich selbst zu finden. Es geht darum, sich selbst zu erschaffen.

Tatsächlich: Keine Spur in Shaws Stücken, Vorworten oder Briefen; der Name kam lange nach seinem Tod dazu.

AristotelesNie gesagt
Wir sind, was wir wiederholt tun. Vortrefflichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

Tatsächlich: Will Durant, der Aristoteles in „The Story of Philosophy“ (1926) zusammenfasst.

LaoziNie gesagt
Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte; achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.

Tatsächlich: Laut Quote Investigator stammt es von Frank Outlaw, einem US-Supermarktmanager, 1977. Im Deutschen wird es oft auch dem Talmud zugeschrieben – ebenso ohne Beleg.

Was hinter uns und was vor uns liegt, sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt.

Tatsächlich: Henry Stanley Haskins, Meditations in Wall Street (1940).

Du selbst zu sein in einer Welt, die dich ständig anders haben will, ist die größte Errungenschaft.

Tatsächlich: Nicht in Emersons Essays, Tagebüchern oder Briefen; die Zuschreibung ist modern.

Abraham LincolnNie gesagt
Fast jeder kann Not ertragen; wenn du den Charakter eines Menschen prüfen willst, gib ihm Macht.

Tatsächlich: Robert G. Ingersoll 1883 über Lincoln – ein Kompliment, das später zum Zitat wurde.

Edmund BurkeNie gesagt
Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun.

Tatsächlich: Bei Burke nicht zu finden. Am nächsten kommen sein Satz „Wenn sich die Schlechten verbünden, müssen sich die Guten zusammenschließen“ (1770) und ein Satz von John Stuart Mill (1867).

Niemand kann dir ohne deine Zustimmung das Gefühl geben, minderwertig zu sein.

Die Spur: Seit den 1940ern ihr zugeschrieben, aber nie in ihren Texten oder Reden gefunden.

Martin LutherOhne Quelle
Hier stehe ich, ich kann nicht anders.

Die Spur: Steht in frühen Drucken seiner Rede in Worms (1521), aber nicht in den Protokollen der Verhandlung; vielleicht hat er es nie gesagt.