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Zitate über Geist

Gedanken, Urteil und Wahrnehmung.

Geprüfte Zitate

42 Zitate mit bekannter Quelle.

Phantasie ist wichtiger als Wissen.
Quelle: Interview mit G. S. Viereck, The Saturday Evening Post (26. Oktober 1929)
Das ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit.
Quelle: „Physik und Realität“ (1936)
Fortschritt ist ohne Wandel unmöglich, und wer seine Meinung nicht ändern kann, kann gar nichts ändern.
Quelle: Everybody's Political What's What? (1944)
Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Quelle: Jenseits von Gut und Böse, § 146 (1886)
Wie deine Gedanken sind, so wird auch dein Gemüt sein; denn die Seele wird von den Gedanken gefärbt.
Quelle: Selbstbetrachtungen 5.16
Das Weltall ist Verwandlung, das Leben Meinung.
Quelle: Selbstbetrachtungen 4.3
SenecaBelegt
Wir leiden öfter in der Vorstellung als in der Wirklichkeit.
Quelle: Briefe an Lucilius 13
EpiktetBelegt
Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen über die Dinge.
Quelle: Handbüchlein der Moral 5
KonfuziusBelegt
Lernen ohne Denken ist eitel; Denken ohne Lernen ist gefährlich.
Quelle: Gespräche 2.15
Eine törichte Beständigkeit ist das Gespenst kleiner Geister.

Entscheidend ist das Wort „töricht“ – gegen Beständigkeit an sich war er nicht.

Quelle: Selbstvertrauen (1841)
Schmerz und Leid sind für einen großen Verstand und ein tiefes Herz immer unvermeidlich.
Quelle: Schuld und Sühne, 3. Teil, Kap. 5 (1866)
An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.
Quelle: Hamlet, 2. Akt, 2. Szene (Schlegel)
BuddhaBelegt
Alles, was wir sind, ist das Ergebnis dessen, was wir gedacht haben.
Quelle: Dhammapada, Vers 1
Ich denke, also bin ich.
Quelle: Abhandlung über die Methode, Teil IV (1637)
Es genügt nicht, einen guten Verstand zu haben; die Hauptsache ist, ihn gut anzuwenden.
Quelle: Abhandlung über die Methode, Teil I (1637)
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Quelle: Gedanken 277
Alles Unglück der Menschen kommt daher, dass sie nicht ruhig in ihrem Zimmer bleiben können.
Quelle: Gedanken 139
Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur; aber er ist ein denkendes Schilfrohr.
Quelle: Gedanken 347
Wir sind nie so glücklich und nie so unglücklich, wie wir glauben.
Quelle: Maximen, Nr. 49 (1665)
Wenn ein Mann weiß, dass er in vierzehn Tagen gehängt wird, konzentriert das seinen Geist wunderbar.
Quelle: Boswell, Das Leben Samuel Johnsons, 19. September 1777
Vision ist die Kunst, unsichtbare Dinge zu sehen.
Quelle: Gedanken über verschiedene Gegenstände (1706)
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Quelle: „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ (1784)
Ich habe auf dem Altar Gottes ewige Feindschaft gegen jede Form der Tyrannei über den Geist des Menschen geschworen.
Quelle: Brief an Benjamin Rush (23. September 1800)
Angst ist der Schwindel der Freiheit.
Quelle: Der Begriff Angst (1844)
Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.
Quelle: Preisschrift über die Freiheit des Willens (1839)
Alles, was wir sehen oder scheinen, ist nur ein Traum in einem Traum.
Quelle: „A Dream Within a Dream“ (1849)
Ich wurde wahnsinnig, mit langen Pausen schrecklicher Vernunft.
Quelle: Brief an George W. Eveleth (4. Januar 1848)
Das Hirn – ist weiter als der Himmel.
Quelle: Gedicht 632 (veröffentlicht 1896)
Manchmal habe ich vor dem Frühstück schon bis zu sechs unmögliche Dinge geglaubt.
Quelle: Alice hinter den Spiegeln, Kap. 5 (1871) – die Weiße Königin
Die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör geschafft hat.
Quelle: Die Zukunft einer Illusion, Kap. 10 (1927)
Wo Es war, soll Ich werden.
Quelle: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, 31. Vorlesung (1933)
Wer nach außen schaut, träumt; wer nach innen schaut, erwacht.
Quelle: Brief an Fanny Bowditch (22. Oktober 1916)
Isaac NewtonZugeschrieben
Ich kann die Bewegungen der Himmelskörper berechnen, aber nicht den Wahnsinn der Menschen.
Quelle: Angeblich nach seinen Verlusten in der Südseeblase (1720)
Eisen rostet, wenn man es nicht gebraucht, stehendes Wasser verliert seine Reinheit … so schwächt auch Untätigkeit die Kraft des Geistes.
Quelle: Notizbücher
Der Prüfstein einer erstklassigen Intelligenz ist die Fähigkeit, zwei gegensätzliche Ideen gleichzeitig im Kopf zu behalten und trotzdem handlungsfähig zu bleiben.
Quelle: „The Crack-Up“, Esquire (1936)
Eine Welt in einem Sandkorn sehen und einen Himmel in einer wilden Blume.
Quelle: „Auguries of Innocence“ (um 1803)
Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig.
Quelle: Grundlinien der Philosophie des Rechts, Vorrede (1820)
Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Quelle: Tractatus logico-philosophicus, 5.6 (1921)
Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält.
Quelle: Die Fackel (1913)
Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden

Kleists Rat: Wenn du etwas nicht verstehst, sprich mit jemandem darüber – der Gedanke entsteht beim Reden.

Quelle: Titel eines Aufsatzes (um 1805)
Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf.
Quelle: Die unmögliche Tatsache, Palmström (1910)

Berühmt, aber nicht von ihnen

Zitate zu diesem Thema, die meist der falschen Person zugeschrieben werden.

Mark AurelVerfälscht
Du hast Macht über deinen Geist – nicht über äußere Ereignisse. Erkenne das, und du wirst Stärke finden.

Der echte Wortlaut: Eine moderne Paraphrase ohne entsprechende Stelle in den Selbstbetrachtungen, auch wenn sie die stoische Idee treffend zusammenfasst.

AristotelesVerfälscht
Es ist das Kennzeichen eines gebildeten Geistes, einen Gedanken erwägen zu können, ohne ihn zu übernehmen.

Der echte Wortlaut: Nicht bei Aristoteles. Sein echter Satz (Nikomachische Ethik I.3) besagt, ein Gebildeter suche nur so viel Genauigkeit, wie der Gegenstand zulässt.

LaoziNie gesagt
Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte; achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.

Tatsächlich: Laut Quote Investigator stammt es von Frank Outlaw, einem US-Supermarktmanager, 1977. Im Deutschen wird es oft auch dem Talmud zugeschrieben – ebenso ohne Beleg.

Mein Leben war voll schrecklicher Unglücke, von denen die meisten nie eingetreten sind.

Die Spur: Eine beliebte Verdichtung; der Gedanke ist montaignesch, diese Formulierung steht aber nicht in den Essais.

Talent trifft ein Ziel, das niemand sonst treffen kann; Genie trifft ein Ziel, das niemand sonst sehen kann.

Der echte Wortlaut: Verdichtet aus „Die Welt als Wille und Vorstellung“, Bd. 2, Kap. 31: „Das Talent gleicht dem Schützen, der ein Ziel trifft, welches die Übrigen nicht erreichen können; das Genie dem, der eines trifft, bis zu welchem sie nicht einmal zu sehen vermögen.“

Walt WhitmanNie gesagt
Sei neugierig, nicht wertend.

Tatsächlich: Nicht von Whitman. Der Satz wurde durch die Serie „Ted Lasso“ (2020) bekannt, die ihn Whitman zuschrieb.

Sigmund FreudNie gesagt
Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre.

Tatsächlich: Weder in Freuds Schriften noch in verlässlichen Gesprächsberichten; taucht Jahrzehnte nach seinem Tod auf.

Carl Gustav JungVerfälscht
Was du bekämpfst, bleibt bestehen.

Der echte Wortlaut: Ein moderner Ratgeberspruch, lose an Jungs Ideen angelehnt; der Satz steht nicht in seinem Werk.

Henry FordOhne Quelle
Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht – du wirst auf jeden Fall recht behalten.

Die Spur: Ford ab 1947 zugeschrieben, ohne Originalquelle.

Bertrand RussellVerfälscht
Das ganze Problem der Welt ist, dass Narren und Fanatiker sich immer so sicher sind und klügere Menschen so voller Zweifel.

Der echte Wortlaut: Geglättet aus dem Essay „The Triumph of Stupidity“ (1933): „Die Dummen sind sich ihrer Sache sicher, während die Intelligenten voller Zweifel sind.“